European Academy of the Urban Environment
Kuwait – Stadtentwicklung im Wandel der Zeiten*)
Hanns-Uve Schwedler

Die Region um die heutige Bucht von Kuwait ist ein unwirtlicher Landstrich. Trotz der wenig begünstigten naturräumlichen Ausstattung hatte das Gebiet aber einen entscheidenden Vorteil für menschliche Ansiedlungen. Es bot - neben dem Shatt Al-Arab – den einzigen Naturhafen im nördlichen Golf. Bis zur Entdeckung des Erdöls bestimmte diese Lage die Entwicklung der Region. Handels- und Siedlungsaktivitäten lassen sich bis in die Antike nachweisen.1

Die Gründung Kuwaits und seine wirtschaftliche und politische Entwicklung bis zur Entdeckung des Erdöls

Die Gründung des heutigen Staates Kuwait geht auf die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück, als sich Beduinen des Anaiza-Stammes, aus Inner-Arabien wegen politischer Unruhen abwandernd, am nördlichen Golf niederließen. Schon unter der Herrschaft Sabah I., der von den Notablen des kleinen Gemeinwesens 1756 zum regierenden Shaikh gewählt wurde2, entwickelte sich die Stadt zu einem blühenden Umschlagplatz für den Handel mit inner-arabischen Beduinenstämmen. Ihre Einwohnerzahl wird für die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts auf etwa 10.000 geschätzt. Hundert Jahre später hatte sich die Bevölkerung verdoppelt und erreichte 1933, kurz vor der Entdeckung von Erdöl auf kuwaitischem Staatsgebiet, etwa 50.000.3

Dieser Bevölkerungsanstieg spiegelt die wirtschaftliche Entwicklung des Landes wider, die ganz auf des Meer ausgerichtet war: Handel, Fischfang, Bootsbau und Perlentauchen bildeten die Grundlage der kuwaitischen Wirtschaft. Getragen wurde sie von einer kleinen Schicht einflussreicher Kaufleute, die über den Ältestenrat auch den Herrscher kontrollierte.

Gestört wurde das politische Gleichgewicht zwischen Herrscherhaus und Kaufleuten erst, als das Shaikhtum4 Ende des 19. Jahrhunderts in den Interessenbereich Europäischer Großmächte geriet. Die Briten erklärten Kuwait zum Protektorat und vertraten es seit 1914 auch außenpolitisch. Nach innen aber konnte sich der regierende Shaikh, gestützt auf die britischen Großmacht, zum unumschränkten Herrscher entwickeln. Beschleunigt wurde die Auflösung einer "oligarchischen Demokratie" durch den wirtschaftlichen Niedergang des Landes, der seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts einsetzte. Die Dhaus, als Segelschiffe Grundlage des kuwaitischen Handels, wurden zunehmend von europäischen Dampfschiffen verdrängt und der Landhandel wiederholt empfindlich gestört durch Ibn Sauds Ansprüche, sein sich entwickelndes Königreich als regionale "Großmacht" zu etablieren. Das Aufkommen v.a. japanischer Zuchtperlen bedeutete dann das endgültige Aus für die traditionelle Wirtschaft. Einst blühender Handelplatz, der lange Zeit die Bedeutung Muscats und anderer Städte am Golf z.T. deutlich übertraf,5 hatte sich Kuwait gegen Ende des zweiten Weltkrieges zu einem der ärmsten Länder entwickelt.

In dieser Situation wurde 1938 mit dem Burganölfeld eine der reichsten Lagerstätten der Erde eindeckt. Die Aufnahme der Erdölförderung im Jahr 1946 bedeutete einen vollkommenen Umbruch nicht nur der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen, sondern auch der Stadtentwicklung.

Das alte Kuwait, eine traditionelle orientalische Stadt?

Die skizzierte Entwicklung Kuwaits findet ihren Niederschlag in der räumlichen Genese der Stadt bis zur Aufnahme der Erdölförderung. Ohne auf die Stadtentwicklungsphasen6 dieser Zeit näher eingehen zu können, lässt sich folgendes festhalten: Die Raumstruktur des alten Kuwaits gleicht der anderer traditioneller orientalischer Städte (Abb. 1). In unmittelbarer Nähe zum Souq und dem Haupthafen lag der Palast des regierenden Shaikhs. Der Souq war das wirtschaftliche und soziale Zentrum der Stadt. Hier lag auch die Hauptmoschee. Qibla und Shark, im SW bzw. NO des Souq gelegen, sind die ältesten Viertel der Stadt. Murqab, im SO, wurde erst im 19. Jahrhundert erbaut. Irreguläre Straßenzüge und Sackgassen, von meist einstöckigen, aus getrockneten Lehmziegeln errichteten Innenhofgebäuden gesäumt, bestimmten das Grundrissbild.

Wenngleich Physiognomie und funktionale Gliederung dem Bild der traditionellen orientalischen Stadt entsprechen, so gilt dies mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht für die sozialräumliche Struktur Kuwaits.7 Wiewohl die Stadtbevölkerung sich aus Angehörigen verschiedener (Beduinen-)Stämme und Nationalitäten (v.a. Perser und Iraki) zusammensetzte, lässt sich keine ethnische Quartierbildung nachweisen. Vielmehr gibt es eine Reihe deutlicher Hinweise auf eine schichtenspezifische räumlich Differenzierung (Abb. 1: Kuwait um 1939 - eine orientalische Stadt).

Aus der oben skizzierten gesellschaftlichen Entwicklung lassen sich einige Gründe für das fehlen homogener ethnischer Quartiere herleiten:

  • Die Quartierbildung hat ihren Ursprung in vor-islamischer Zeit und wurde durch das Millet-System perpetuiert und ausgebaut.8 Kuwait aber ist eine vergleichsweise junge Stadt und entwickelte sich in einer Zeit, als in weiten Teilen der islamischen Welt das Rechtssystem schon europäisch überprägt wurde.
  • Die soziale Funktion der Quartiere lag vor allem im Schutz vor Übergriffen durch den (absoluten) Herrscher und die Bevölkerung anderer Quartiere. Absolute Herrschaft aber hat sich in Kuwait erst sehr spät – und unter europäischem Einfluss – herausgebildet. Auf gewalttätige innerstädtische Auseinandersetzungen gibt es kaum Hinweise. Perlentauchen und Fischfang machten im Gegenteil eine enge Kooperation notwendig.

Erdöl – Grundlage einer Gesellschaft im Wandel

Seit der Aufnahme der Erdölförderung im Jahre 1946 hat sich eine vollkommene Umstrukturierung der kuwaitischen Wirtschaft vollzogen, die Gesellschaft hat sich grundlegend gewandelt und die Stadtstruktur hat mit der des traditionellen Kuwaits nichts mehr gemein.

Die traditionelle Wirtschaft, ohnehin am Boden liegend, wurde durch neu errichtete Industrie- und Gewerbebetriebe, durch Handels- und Dienstleistungseinrichtungen ersetzt, deren Aufbau von der Regierung selbst vorgenommen oder durch Subventionen gefördert wurde. Ermöglicht haben diese Entwicklung die vor allem während der 70er Jahre sprunghaft gestiegenen Erdöleinnahmen (Tab. 1), die - außer für die wirtschaftliche Diversifizierung – für den Aufbau eines umfassenden Wohlfahrtssystems und für Kapitalanlagen im Ausland verwendet wurden.

Ziel der wirtschaftspolitischen Maßnahmen war es vor allem, das Land unabhängiger vom Erdöl zu machen. Dies ist, wie Tab. 1 verdeutlicht, nur sehr unzureichend gelungen. Aufgrund des wachsenden Wohlstands vor allem der einheimischen Bevölkerung und wegen fehlender anderer Rohstoffe als Erdöl ist es vor allem der nicht-produktive tertiäre Sektor (und die ausgedehnte öffentliche Verwaltung), der die Wirtschaft außerhalb des petro-chemischen Bereichs dominiert.9

Die Kuwait-Towers, 
das Wahrzeichen 
des modernen Kuwaits

Tab.1: Erdöl und seine wirtschaftliche Bedeutung

Jahr

Erdölförderung

Staatshaushalt

Anteil

Erdöl

(Mio. t.)

(Mio. US-$)*

am Staatshaushalt (%)

am BIP (%)

1950

17,2

-

-

-

1960

84,6

518,4

86,0

-

1970

148,1

905,3

86,6

57,2

1980

83,0

11.159,5

96,8

69,9

1990

62,1

1.309,3***

90,1

37,7

2000

97,3**

23.166,6

91,5

65,0****

*     Das Haushaltjahr endet im Juni, Angaben für jeweils beginnendes Haushaltsjahr
**   1999
***  ein Jahr vor der irakischen Invasion lag der Haushalt bei ca. 11.100 US-$
****1997

Quelle: SY versch. Jg., ASA versch. Jg., Statistisches Bundesamt 1974, Barthel 2001

Insgesamt bleibt das Emirat abhängig vom Erdöl. Es bildet die Grundlage für einen Wohlfahrtsstaat, der die weiter unten zu skizzierende räumliche Entwicklung maßgeblich geprägt hat. Erdöl ist aber auch der Auslöser für eine weitere Abhängigkeit, die im Land immer wieder zu Diskussionen und zu politischen Maßnahmen führt: der Abhängigkeit von ausländischen Arbeitskräften.

Der Bedarf an Arbeitskräften war nach der Aufnahme der Erdölförderung sprunghaft gestiegen und konnte durch Einheimische weder zahlen- noch qualifikationsmäßig befriedigt werden.10 So entwickelte Kuwait sich rasch zu einem Einwanderungsland (Abb. 2: Bevölkerungsentwicklung 1945 - 2001). Stellten Kuwaitis 1945 mit rd. 70.000 Einwohnern noch etwa 90 % der Bevölkerung, so lag ihr Anteil bei der Volkszählung 1961 bei der Hälfte. Inzwischen stellen sie noch ca. ein Drittel der Gesamteinwohnerschaft.

Eine nur kurze Zäsur im raschen Anstieg der ausländischen Bevölkerung stellte die Besetzung Kuwaits durch den Irak dar. Dramatisch aber wirkten sich Krieg und Besetzung auf die Zusammensetzung der ausländischen Bevölkerung aus. Hatten die fast 400.000 Palästinenser bis zur Besetzung noch annähernd ein Drittel der Non-Kuwaitis gestellt, so wurden sie nach dem Krieg aufgrund des (wohl in manchen Fällen berechtigten) Vorwurfs der Kollaboration massenhaft ausgewiesen. Damit setzte sich ein schon vorher in Ansätzen zu beobachtender Trend fort: Seit Anfang der 80er Jahre hatten zunehmend nicht-arabische Migranten – oft als Hausangestellte – in Kuwait Arbeit gefunden. Heute stellen (nicht-arabische) asiatische Migranten die Mehrheit der Ausländer. Dazu beigetragen hat auch der durch den "Wiederaufbau" des Landes verursachte hohe Bedarf an Arbeitskräften im Baugewerbe, der auch vorher schon oft von dieser Migrantengruppe befriedigt wurde.11

Die Kuwaitische Gesellschaft ist deutlich dichotomisiert in Kuwaitis und Non-Kuwaitis. Die Chancen zur gesellschaftlichen Partizipation der Ausländer sind ungleich geringer als die der einheimischen Bevölkerung. Dies gilt nicht nur für den politischen Bereich, sondern auch für den Arbeitssektor und vor allem für das Wohlfahrts- und Sozialsystem.12 Letzteres hat die Stadtentwicklung entscheidend beeinflusst.

Städtebauliche Entwicklung

Lassen sich für das "traditionelle" Kuwait deutliche Parallelen zwischen Gesellschafts- und Wirtschaftsstruktur auf der einen und räumlicher Entwicklung auf der anderen Seite ziehen, so gilt das noch viel mehr für die Stadtentwicklung13 nach der Entdeckung des Erdöls.

Räumliche Planung

Im Jahr 1952 wurden mit dem ersten Master Plan die Grundlagen für die weitere Stadtentwicklung gelegt. Dieser erste Plan bildete die Basis für alle seither verabschiedeten Stadt- und Regionalentwicklungspläne. Neben der Aufgabe, die Stadt Kuwait durch ein Straßennetz mit den kleinen Küstensiedlungen, mit Jahra und der entstehenden "Ölstadt" Ahmadi zu verbinden, musste gleichsam eine neue Stadt14 für die rasch wachsende Bevölkerung entworfen werden. Der Master Plan löste diese Aufgabe durch die Übernahme eines damals weit verbreiteten Stadtplanungskonzeptes. Die alte Stadt Kuwait wurde mit einem Central Business District zum Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum ausgebaut und verlor im Laufe der Zeit ihre alte Bausubstanz so gut wie vollständig. Von hier führen strahlenförmig, durch breite Ringstraßen verbundene, meist mehrspurige Straßen nach Jahra, Ahmadi und in die Vororte, die zwischen den Verkehrswegen als "neighbourhood-units" entstanden sind (Abb. 3: Funktional- und sozialräumliche Gliederung der Agglomeration Kuwait).
 

 

 

Kuwait City um 1990

 

 

Außer dem Souq erinnert kaum noch etwas an das traditionelle Kuwait.

Das Konzept bot durch einfaches Angliedern von "neighbourhood-units" Vorteile für die Stadterweiterung bei einem weiteren Bevölkerungswachstum, wird aufgrund der so entstandenen städtebaulichen Monotonie aber auch heftig kritisiert (Abb. 4: Dasma - ein typisches Vorortviertel (neighbouhood-unit)). Es konnte aufgrund der z.T. rapiden und hektischen Bautätigkeit (Abb. 5: Siedlungsentwicklung von 1950 bis 2000) nicht immer durchgehalten werden. Schon in den 60er, vor allem aber seit Mitte der 70er Jahre entstanden entlang der Ausfallstraßen nach Jahra, zum Flughafen, nach Ahmadi und entlang der Küste neue Siedlungen.15 So sind die in den 50er Jahren angelegten Industrie- und Gewerbegebiete heute inmitten von Wohngebieten eingebettet und liegen weit entfernt von den Wohnstätten der Ausländer, die das Hauptpotential der Arbeitskräfte (vor allem im industriellen und gewerblichen Bereich) bilden. Dazu hat die staatliche Planungs- und Wohnungsbaupolitik entscheidend beigetragen.

Staatlicher Wohnungsbau und seine Folgen

Wie oben angedeutet, wurde die kuwaitische Sozial- und Wohlfahrtspolitik von dem Bestreben geleitet, die einheimische Bevölkerung am Erdölreichtum teilhaben zu lassen. Ein wichtiges Instrument dafür ist der staatliche Wohnungsbau.

Nach 1952 wurde ein großer Teil der Bewohner von Kuwait-City in den neu entstandenen Vororten (neighbourhoods) angesiedelt, um in der Innenstadt Raum für den Aufbau eines Verwaltungs- und Dienstleitungszentrums zu schaffen. Aus den großzügigen Entschädigungen und der Zuweisung von Bauland in den Vororten entwickelte sich in den nächsten Jahren ein umfassendes Wohnungsbau- und Finanzierungsprogramm, das das Ziel verfolgt, jeder kuwaitischen Familie ein eigenes Einfamilienhaus zur Verfügung zu stellen. Es setzt sich aus folgenden Einzelprogrammen zusammen:

  • "Limited Income Housing"-Programm
  • "Average Income Housing"-Programm
  • Wohnungsbauprogramm für sog. "non-proved" Kuwaitis (vgl. Anm. 14)
  • "Plot and Loan-Scheme"
  • Wohnungsfinanzierungsprogramm für Regierungsangestellte
Diese Programme sind im Detail mehrfach geändert worden, können in ihren Grundzügen aber wie folgt beschrieben werden: Im Rahmen der Wohnungsbauprogramme sind bis 2001 annähernd 80.000 Häuser entstanden (Tab. 2), die von den jeweiligen Eigentümern im Mietkauf weit unter Marktpreisen erworben werden konnten. Im "Plot and Loan-Scheme" werden stark subventionierte Bauparzellen vergeben, für deren Erwerb Angehörige der mittleren und der unteren Einkommensgruppe obendrein zinslose Kredite erhalten. Da im Jahr 2000 mehr als die Hälfte der einheimischen Arbeitskräfte staatlich Beschäftigte waren, ist davon auszugehen, dass es nur wenige kuwaitische Familien gibt, die nicht in den Genuss eines der o.g. Programme gekommen sind.
Ein typisches Beispiel für den staatlichen Wohnungsbau - "Average-income-Wohnhäuser für Kuwaitis.

Tab. 2: Staatliches Wohnungsbauprogramm

Typ

1953-67

1968-73

1974-80

1981-90

1991-2001

Limited u. average income-Häuser

8.248

4.596

10.629

ca.17.300

22.721

Häuser für "non-proved Kuwaitis"

15.606

Quellen: ASA versch. Jg.; Schwedler 1985

Die Ausländische Bevölkerung hingegen ist auf den privatwirtschaftlich organisierten Mietwohnungsmarkt angewiesen. Mietwohnungen sind – meist in Mehrfamilienhäusern und Wohnblöcken - vor allem in Salmiya, Hawalli, in und um Farwaniya und bei Ahmadi entstanden. Da in den "neighbourhood-units" aufgrund des Verbots des Bodenerwerbs für Ausländer vor allem Kuwaitis wohnen und sich die staatlichen Wohnungsbauprogramme auf einzelne Viertel konzentrierten, gibt es eine deutliche Segregation zwischen Kuwaitis und Non-Kuwaitis (Abb. 3:  Funktional- und sozialräumliche Gliederung der Agglomeration Kuwait und 6: Bevölkerungsanteil von Kuwaitis in einzelnen Vierteln). Auch die Bebauungsdichte der Wohnviertel dieser beiden Gruppen unterscheidet sich aufgrund der unterschiedlichen Wohnungsstruktur ganz erheblich (Abb. 7: Verteilung der Einwohner).


Während einige Non-Kuwaiti-Viertel Anzeichen von Verfall zeigen....

...entsprechen die Gebäude in anderen Wohngebieten von Migranten durchaus einem gehobeneren Standard.

Damit stellt sich Kuwait heute als eine physiognomisch und sozialräumlich zweigeteilte Stadt dar. Diese räumliche Struktur entspricht der gesellschaftlichen Dichotomisierung und der unterschiedlichen Teilhabe am Wohlstand des Landes, dessen Grundlagen durch die Entdeckung des Erdöls vor 65 Jahren gelegt wurden.


1) Dickson 1956, Kochwasser 1969

2) Noch heute stellt die Sabah-Familie den Herrscher.

3) Schwedler 1985

4) Den Titel Emir übernahm der kuwaitische Herrscher erst mit der Unabhängigkeit Kuwaits im Jahr 1961.

5) Raunkiar 1969

6) vgl. dazu Ibraheem 1982 und jüngst Aziz 2001
Beide Autoren konstatieren zwischen 1930 und 1950 eine rege Flächenentwicklung innerhalb der letzten, 1920 gegen die Bedrohung der Wahabiten errichteten Stadtmauer. Schwedler (1985) kommt auf der Grundlage alter Luftbilder allerdings zu dem Schluss, dass die Stadtentwicklung in dieser Zeit relativ stagnierte, was in Übereinklang mit der wirtschaftlichen Entwicklung steht.

7) vgl. dazu Schwedler 1985

8) Wagstaff 1980

9) Dennoch wurden natürlich einige Industrien und produzierendes Gewerbe angesiedelt. Die Dominanz des Erdölsektors (vor allem nach dem "Preisboom nach 1973) konnte in keiner Weise gebrochen werden. Zur Abhängigkeit vom Erdöl: vgl. Barthel 2001

10) Im Jahr 1957 beispielsweise standen der Zahl von 85.555 Arbeitsplätzen nur 32.581 kuwaitische Männer gegenüber, deren formales Bildungsniveau obendrein gering war (ASA 1982).

11) Die Kuwaitische Regierung verfolgte nach 1991 und verstärkt seit Ende der 90er Jahre das Ziel, die Anzahl der arabischen zugunsten "asiatischer" Migranten zu reduzieren, die als "politisch zuverlässiger" angesehen werden. So wurden seit 1997 so gut wie keine Aufenthalterlaubnisse für Ausländer arabischer Herkunft mehr ausgestellt. (ASA 2002); vgl. auch Meyer 1991

12) zur Wohlfahrts- und Sozialpolitik vgl. Anoushiravan 2003

13) An dieser Stelle können nur ausgewählte Aspekte der kuwaitischen Stadtentwicklung skizziert werden. Stadtgeographische Studien über Kuwait sind rar. Die jüngste umfassende englisch- oder deutschsprachige Monographie stammt aus dem Jahr 1985 (Schwedler). Überblicke in jüngerer Zeit legten Aziz (2001) und Schwedler (1999) vor.

14) Offiziell wird zwischen den formal unabhängigen Städten Kuwait-City, Hawalli u.a. unterschieden. In der Realität aber hat sich die Agglomeration zu einer Stadt entwickelt, in der die einzelnen Gemeinden stadtplanerisch keine Bedeutung haben. Wenn in Folgendem von Kuwait die Rede ist, ist die Agglomeration gemeint. Das Gebiet des traditionellen Kuwaits wird mit Kuwait-City bezeichnet.

15) Z.T. handelte es sich um Hüttensiedlungen, in denen sich Arbeitsmigranten, vor allem aber sog. non-proved Kuwaitis (beduinischer Herkunft ohne kuwaitischen Pass) ansiedelten (Scholz 1975). Diese Hüttensiedlungen sind Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre vollkommen verschwunden. Die Regierung hat ein umfangreiches Wohnungsbauprogramm für non-proved Kuwaitis aufgelegt, ihnen i.d.R. die Staatsbürgerschaft (2. Ordnung) verliehen und ihnen die Teilhabe an allen Segnungen des kuwaitischen Wohlfahrtstaates (inkl. des Rechts auf einen Arbeitsplatz im öffentlichen Sektor) ermöglicht.


Literaturverzeichnis

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Dickson, H. R. P. (1933): Note on Kuwait Principality at the Ende of the Year 1933 (Manuskript India Office, London: R/15/5/179). Kuwait

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*) Beitrag zum Druck eingereicht: G. Meyer (Hrsg.): Deutsche geographische Forschung zur arabischen Welt" (Arbeitstitel), erscheint voraussichtlich im Herbst 2004

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