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| Hochwaservorsorge
und Hochwasserschutz in europäischen Hauptstädten Flood prevention and protection in European metropolises Zusammenfassung
Zusammenfassung der Tagung Barbara Kosiol Die Hochwässer und Überschwemmungen in Europa während des Sommers 2002 und ihre katastrophalen wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen haben die bisherige gewässerbezogene EU-weite Bebauungs-, Verkehrs-, Landwirtschafts- und Umweltpolitik in Frage gestellt. Insbesondere die Planungspolitik der Städte mit ihrer z.T. offenbar unzureichenden Hochwasservorsorge, ihrer den Hochwasserschutz kaum berücksichtigenden Flächennutzungs- und Bebauungsplanung, mit ihrem Flächenbedarf und ihrer Flächenversiegelung, aber auch mit ihrer offenbar unzureichenden Bevölkerungsaufklärung stehen auf dem Prüfstand. Es sind vor allem die Städte, die durch ihre hohe Bevölkerungs- und Gebäudedichte und die Konzentration von Wirtschaft und Verkehr besonders unter Hochwässern zu leiden haben. Verursacht wird dies nicht nur durch eigene unzureichende Stadtentwicklungen, sondern (vor allem auch) durch Faktoren wie Flussbau, Entwaldungen, Ackerbau u.a.m., die außerhalb ihrer direkten Einflüsse liegen. Anthropogene Einflussfaktoren auf Klima und GewässerregimeDie Zusammenhänge zwischen den Auswirkungen des Klimawandels und der Häufigkeit und Intensität von Naturkatastrophen werden immer deutlicher und unterstreichen die Notwendigkeit, den Klimaschutz konsequent voranzutreiben. Die Maßnahmen zur Förderung von Energieeinsparung, effizientem Energieeinsatz und der Nutzung erneuerbarer Energien sowie die erfolgreich eingeführten Instrumente zur Reduzierung klimaschädlicher Emissionen müssen fortgeführt und weiterentwickelt werden. Darüberhinaus fordert der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) ökologisch ausgerichtete Hochwasserschutz-Programme, die den Schutz der Menschen mit einer groß angelegten Wiederherstellung von Gewässer- und Feuchtgebietsökosystemen verbinden. Eine nachhaltige Hochwasserschutzpolitik, die auch dem Naturschutz dient, müsse Vorrang vor anderen Nutzungen, vor wirtschaftlichen und partikularen Interessen erhalten. Richtlinien und Instrumente auf EU-EbeneDie neue EU Wasser-Rahmenrichtlinie kann hier richtungsweisend sein. Sie geht einerseits auf die gegenseitigen Beziehungen zwischen ökologischem Zustand, Gewässerschutz und Hochwasserschutz ein und bietet andererseits die einzigartige Möglichkeit, die im Aufbau befindliche (verpflichtende) Zusammenarbeit im Flussgebiet auch für die Zwecke des vorbeugenden Hochwasserschutzes zu nutzen. Neue Finanzquellen für den vorbeugenden Hochwasserschutz werden u.a. durch die Reform der Agrarpolitik geschaffen. Auch die strukturrelevanten Fonds der Europäischen Union können hierfür genutzt werden. Durch die unterschiedlichen Anwendungsweisen dieser Mittel werden jedoch gleichartige Strukturen (und im vorliegenden Problembereich gleichartige Schadensbilder) mit unterschiedlichen Förderinstrumenten angegangen. Dies wird als große Schwachstelle gesehen, für deren Behebung in Brüssel die moralisch politische Verantwortung liege, vor allem um langjährige Planungssicherheit bei allen Betroffenen zu schaffen. Weiter sei unbedingt ein Wissens- und Erfahrungsaustausch bei den bestehenden Förderinstrumentarien – sowohl über Förderinhalte, Prioritäten, Antragsverfahren als auch über Projektergebnisse – herzustellen. Für den Städte- und Gemeindebund Brandenburg gilt es als vorrangiges Ziel, lokal-, regional- und länderübergreifende Planungs- und Umsetzungsmaßnahmen für einen wirkungsvolleren Hochwasserschutz miteinander abzustimmen, da Naturkatastrophen vor politischen und territorialen Grenzen nicht halt machen. Dabei wurde begrüßt, dass in Brüssel den Städten und Gemeinden eine zentrale Rolle zugeschrieben werde, andererseits wurde davor gewarnt, durch das absolute’zurück zur Natur’ überzogene und unrealistische Forderungen zu stellen. Es wird eine große Hoffnung in die Wasser-Rahmenrichtlinie gesetzt, dass Regelungen geschaffen werden, die eine willkürliche Bebauung verhindern. Stadtplanung und HochwasserschutzBetrachtet man Handlungsfelder und Maßnahmen des vorsorgenden Hochwasserschutzes innerhalb eines Flusseinzugsgebiets, ergibt sich sehr schnell, dass Wasserwirtschaft, Raumordnung, Umwelt- und Naturschutz, Katastrophenschutz, Stadtplanung und andere ihre jeweils speziellen Handlungsmöglichkeiten zu erfüllen haben. In diesem Zusammenhang stellen sich vor allem die Fragen nach dem differenzierten Hochwasserschutz – welches Schutzniveau für welches Gebiet gelten solle – und nach dem ökonomischen Lastenausgleich – wie die Kosten für den Hochwasserschutz gerecht verteilt werden können. Köln gehört zu den am stärksten durch Hochwasser gefährdeten Städten Deutschlands und hat bereits 1995 ein Hochwaserschutzkonzept entwickelt. Neben den Maßnahmen des konstruktiven Hochwasserschutzes beinhaltet dieses Konzept Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und zum Katastrophenschutz sowie Maßnahmen in den Bereichen Stadtplanung und Stadtentwicklung. Regionale Interessen werden ebenso berücksichtigt wie überregionale Belange. Darüber hinaus trägt die Freihaltung von Retentionsflächen zur Reduzierung der Hochwasserabflussspitzen im gesamten Einzugsgebiet des Rheins bei. Dabei zeigt sich in der Praxis, dass der ökonomische Ausgleich ein nicht zu unterschätzendes Problem darstellt. Bei kommunaler Zusammenarbeit treten immer unterschiedliche finanzielle Belastungen auf. Das Modell der Zweckverbände, wobei alle Beteiligten einzahlen, funktioniere nur bedingt und über lange Zeit. Hilfe bzw. Anordnung von übergeordneter Stelle sei notwendig, da auf freiwilliger Basis kein Interessensausgleich zu regeln sei. Während in Köln versucht wird, sich von der Sichtweise, Hochwasserschutz als technische Maßnahme zu begreifen, zu lösen, wird in Frankfurt (Oder) u.a. der Aufbau von Schutzanlagen und einer leistungsfähigen technischen Infrastruktur für die Erreichbarkeit und Versorgung der gefährdeten Gebiete gefordert. Darüberhinaus wird auch hier eine regionale, grenzüberschreitende Zusammenarbeit im polnisch-tschechischen Einzugsgebiet angestrebt. Für stadtplanerische Konzepte für den vorbeugenden Hochwasserschutz werden Kooperationsfelder mit anderen Städten analysiert. Strategien in den teilnehmenden StädtenDie teilnehmenden Hauptstädte Berlin, Bratislava, Budapest, Prag, Wien und Warschau gaben einen Überblick über ihren Hochwasserschutz und den Stand der Hochwasservorsorge. Entsprechend der individuellen Situation der Stadt wurde vorgestellt, welche kommunalen Instrumente für den vorbeugenden Hochwasserschutz vorhanden seien, inwieweit der Hochwasserschutz im Flächennutzungsplan und in dem Bebauungsplan berücksichtigt werde und welche Kooperation mit dem Umland es gebe. Weiterhin wurde berichtet, inwieweit Schadenspotentiale bekannt seien, ob es ein Risikokataster für Katastrophenwasserstände gebe und wie die Öffentlichkeitsarbeit bezüglich Vorsorge und Katastrophenschutz aussehe. Jahn: "Es ist nur sinnvoll, in Grenzen des Flußeinzugsgebietes zu denken - und nicht in politischen Grenzen." Bratislava: "In der Slowakischen Republik gibt es einen staatlichen Rahmen für den Hochwasserschutz. Bedarf besteht für einen internationalen Rahmen." Budapest: "In Budapest werden Hochwasser- und Grundwasserschutz gemeinsam betrachtet und durchgeführt." Prag: "Das Hochwasser im Sommer 2002 hat gezeigt, dass das Hochwasserschutzsystem der Stadt Prag neu bewertet werden muß, u.a. muss der Raumordnungsplan für Neubau in Überschwemmungsgebieten geändert werden." Wien: "In Wien konnte ein Projekt umgesetzt werde, dessen Nutzen nicht nur den früher vom Hochwasser betroffenen Bürgern zugute kommt, sondern von dessen Freizeitanlagen die ganze Stadt und auch die Umlandgemeinden in höchstem Maße profitieren." Warschau: "Der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Warschauer Akteuren für eine gemeinsame Hochwasservorsorge soll durch die Einrichtung eines Runden Tisches verbessert werden." Die Diskussion, wie der Hochwasserschutz verbessert und inwieweit die Kooperation zwischen Städten dazu betragen kann, konzentrierte sich im wesentlichen auf zwei Aktionsfelder:
Kooperation zwischen Städten und Gemeinden innerhalb eines FlußregimesDie grundsätzlichen Fragen, die dann auch die Art der Zusammenarbeit zwischen den Kommunen bestimmen, lauten:
Die Sichtweise, ob ein Regelungsbedarf notwendig ist oder nicht, war unter den Teilnehmern nicht einheitlich. Sie reichte vom Ansatz in Brandenburg, wo auf freiwilliger Basis versucht wird, eine Kooperation zwischen Kommunen zu erreichen, Landkreise miteinzubeziehen und die Zusammenarbeit mit Polen anzustreben, bis hin zu dem Stand in der Slowakei, wo der nationale Regelungsrahmen mit dem entsprechenden Planungsinstrumentarium bereits vorhanden ist. Diese wird dort als großer Vorteil bewertet und ein internationaler Regelungsrahmen als unbedingt notwendig erachtet. Während einerseits die Kommunen nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden sollen, die für ihren Bereich notwendigen Maßnahmen selbst umzusetzen, wurde andererseits dagegen gehalten, dass die geografischen Gegebenheiten sehr unterschiedlich sein können und man nicht eine Kommune, die zufällig in einem günstigen oder ungünstigen Raum liegt, sich alleine überlassen könne. In jedem Fall wurde die Notwendigkeit der Zusammenarbeit, grenzüberschreitend und auf unterschiedlichen administrativen Ebenen, als sinnvoll und notwendig gesehen. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie sei hier sehr wichtig, da sie den Rahmen für die Kooperation in einem Einzugsgebiet vorgibt und diese letztendlich auch erzwingt. Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen Städten zu Hochwasserschutz in der StadtplanungDie Frage, ob es gemeinsame Strategien gibt, die überall gültig sind und das städtische Handeln charakterisieren, konzentriert sich auf folgende Themenfelder:
AusblickDer Erfahrungs- und Informationsaustausch wird einstimmig als äußerst wichtig angesehen, da bei vielen Kommunen Handlungsbedarf und Handlungsdruck herrscht. Auch oder gerade in bezug auf die neue EU-Wasserrahmenrichtlinie sei die weitere Diskussion notwendig, da noch Spielraum für deren individuelle Ausgestaltung vorhanden ist. Die Städte sollten ihre Möglichkeit nutzen, mit eigenen Vorschlägen und Forderungen Einfluß zu nehmen und ihre Interessen zu vertreten. Immer wieder taucht die Frage nach dem Regelungsbedarf auf nationaler Ebene auf: brauchen wir Regelungen, um die Städte in ihrer eigenen Planung zu stärken, oder gibt es Rechtsformen, die überprüft und gegebenenfalls geändert werden müssen (wie z.B. die Kraftwerksbetreiberordnung in Österreich: nach dem letzten Hochwasser sind Klagen eingereicht worden, dass die Betriebsordnungen nicht richtig eingehalten worden seien und so wesentlich zu den Schäden beigetragen wurde). Wünschenswert sind einerseits Nachfolge-Veranstaltungen, die inbezug auf die einzelnen Flußregime grenzüberschreitend weitere Partner zusammenbringen, und zwar Städte, Dach- und Interessensverbände, und deren Kooperationsbestrebungen fördern. Anderseits sind Verantaltungen notwendig, die – unabhängig von Flußregimen – die angeführten stadtplanerischen Themenfelder vertiefen und dazu beitragen, dass mehr Städte von bewährten Konzepten für vorbildlichen Hochwasserschutz, wie z.B. in Köln oder Wien vorhanden, profitieren und in ihre Planung miteinfließen lassen können.
Capital cities for EU Enlargement:
Monika Helbig, Staatssekretärin, Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Europabeauftragte des Landes Berlin 5 Hochwasserversorge und Hochwasserschutz - Zusammenfassung der
Tagung Anthropogene Einflussfaktoren auf Klima und Gewässerregime Johannesburg - und nun? - Die Ergebnisse des Nachhaltigkeitsgipfels
und ihre Auswirkungen Dr. Klaus Müschen, Referatsleiter, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin 14 Als Flüsse zu Straßen wurden - Der Gewässerausbau europäischer
Ströme und seine Folgen Sebastion Schönauer, Stellv. Landesvorsitzender BUND Naturschutz in Bayern e.V. 16 Richtlinien und Instrumente auf EU-Ebene Die EU Wasser-Rahmenrichtlinie - Eine Herausvorderung für den
Gewässerschutz, eine Chance Dr. Helmut Blöch, Sektorleiter – Gewässerschutz, DG Umwelt, Europäische Kommission, Brüssel 28"Hochwasserschutz ist mehr als Deiche bauen" - Positionen
aus kommunaler Sicht Nach der Flut ist vor der Flut: Strukturfonds und EU-Programme als
Instrumente der Vorsorge Stadtplanung und Hochwasserschutz Einbindung der Stadtplanung in einzugsgebietsbezogene Konzepte zur
Hochwasservorsorge Paradigmenwechsel in der Stadtplanung - Die Auswirkungen der
Rhein-Hochwässer auf räumliche Planung und Stadtentwicklung in Köln Hochwasserschutzkonzept Köln – Sofortprogramm 2003 Paradigmenwechsel in der Stadtentwicklung - Die Auswirkungen des
Oderhochwassers auf Strategien in den teilnehmenden Städten Hochwasserschutz in Berlin Professor Dr. Dietrich Jahn, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin 61 Hochwasserschutz in Bratislava Flood protection in Budapest Hochwasserschutz in Prag Flood protection in Warschau Hochwasserschutz in Wien Anhang Teilnehmerliste 101
Barbara Kosiol During Summer 2002, high water levels and inundation with in some
cases catastrophic financial and environmental effects presented a
major challenge to existing EU water-related policies in the building,
traffic and transport, agricultural and environmental spheres. In
particular, urban planning policy practised by local authorities or
municipalities, including evidently at least in part inadequate flood
precautions, zoning and building planning which barely take into
account flood protection, cities' physical area needs and ground
sealing, but also evidently inadequate public information and
awareness measures: all these are as a result now the focus of
critical scrutiny. Anthropogenic influences on climate and water body regulation EU directives and instruments Urban planning and flood protection Strategies in the cities represented Exchange of information and experience between municipalities
concerning flood protection within urban planning Prospects for the future
Official opening and welcome Flood prevention and protection: a summary Anthropogenic influence factors on climate and on regulating water bodies Where do we go from Johannesburg? The outcome of the sustainability summit and its impact on international climate protection Dr. Klaus Müschen, head of section, Berlin Regional Ministry of Urban Development 12 When rivers were turned into roads. Systematic development of
European rivers and the Sebastian Schönauer, deputy regional chairman, BUND Naturschutz in
Bayern e.V. Directives and instruments at EU level The EU Water Framework Directive. A challenge for water protection,
an opportunity for preventive flood protection '"Flood protection is more than just building dykes". The
municipal perspective After the floods is before the floods: structural funds and EU
programmes as instruments for prevention Town planning and flood prevention measures Incorporating town planning into catchment area flood prevention
schemes Paradigm shift in town planning. The impact of the Rhine floods on
spatial planning and urban development in Cologne Shift of paradigms in urban development? The impact of the Oder
floods on regional planning and urban development in Frankfurt on the
Oder Strategies in towns and cities Flood protection in Berlin Professor Dietrich Jahn, Berlin Regional Ministry of Urban Development 47 Flood protection in Bratislava Flood protection in Budapest Flood protection in Prague Flood protection in Vienna Flood protection in Warsaw Appendix List of participants 85
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Topics covered by EA.UE: city, climate protection, database, derelict land, dereliction, ecology, education, energy, environment, Europe, geographical information systems, housing, job creation, labour market, large housing estates, mobility, noise, open space, pollution, pre-fabricated buildings, regional planning, renewable energy, renewable resources, retail services, settlements, sewage, sustainability, town, traffic, transport, urban development, urban green, urban management, urban planning, urbanism, waste, water.
Themen der EA.UE: Abfall, Abwasser und Trinkwasser, Arbeitsmarkt, Arbeitsmarktpolitik, Begrünung, Bildung, Brachflächen,, Datenbank, Einzelhandel, Energie, erneuerbare Energien, erneuerbare Ressourcen, Europa, geographische Informationssysteme, Gewerbebrachen, Großsiedlungen, Grünfächen, Industriebrachen, Klimaschutz, Lärm, Lärmbelastung, Mobilität, Nachhaltigkeit, öffentliche Verkehrsmittel, Ökologie, Plattenbauten, Quartiersmanagement, Regionalplanung, Siedlungen, Stadt, Stadtentwicklung, Stadtmanagement, Stadtplanung, Transport, Verkehr, Wasser, Wohnen.