Energiesparen in der Kommune
Zusammenfassung
einer Fachtagung, 28.-30.10.1999
Detlef Loy
1. Eröffnung
Herr Dr. Schwedler, Geschäftsführender Leiter
der Europäischen Akademie für städtische Umwelt,
begrüßte die Gäste aus Bulgarien und die
Workshop-Teilnehmer. Er verwies einleitend auf die
Bedeutung der Lösung von Umweltproblemen in Bulgarien,
die eine Hürde für den beabsichtigten EU-Beitritt
darstellten, und auf die Notwendigkeit der Anpassung und
Übernahme von gesetzlichen Standards in diesem
Zusammenhang. Der Workshop sollte einen Beitrag dazu
leisten, Hinweise auf die möglichen wirtschaftlichen,
technischen und ordnungspolitischen Schritte in diese
Richtung zu geben.
Herr Dr. Martinsen sprach von seiner
Aufgabenstellung als Mittel- und Osteuropa-Koordinator
des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Potentiale
und Know-how in der Stadt zu identifizieren und für
Partner von außerhalb zugänglich zu machen. In Bezug
auf MOE-Staaten würde Berlin durch seine Lage wie auch
durch seine besondere historische Situation eine
hervorragende Position als Kompetenzzentrum einnehmen:
Die Wiedervereinigung unterschiedlich geprägter
Stadthälften, die besondere Rolle als Hauptstadt sowie
der Restrukturierungsprozeß in den westlichen Bezirken
mit einem tiefgreifenden industriellen Umbruch seien
prägende Erfahrungen, die für andere Länder
beziehungsweise Städte mit vergleichbaren Veränderungen
und Situationen ideal nutzbar seien.
Berlin weise heute wertvolle Beispiele von
nachhaltigen Lösungswegen und eine Fülle innovativer
Konzepte auf, womit diesem "Praxislabor " eine
besondere Modellfunktion mit großer Ausstrahlung
zukomme. Für die Zukunft gelte es deshalb besonders, die
Zusammenarbeit von Berliner Verwaltung und
mittelständischer Industrie zu stärken, um dieses
Know-how noch besser "vermarkten" zu können.
Herr Djulgerov verwies als Delegationsleiter
auf die gerade abgeschlossenen Kommunalwahlen, aus denen
die bisherigen Koalitionsparteien in Sofia gestärkt
hervorgingen. Er betonte, daß sich Bulgarien seit etwa
zwei Jahren in ruhigem Fahrwasser mit wachsender
wirtschaftlicher Stabilität befände. In dieser Phase
seien im Bereich "Energieeinsparung" und
"Energieversorgung" eine Reihe von bedeutsamen
Maßnahmen eingeleitet worden, von denen im weiteren
Verlauf des Workshops noch zu berichten sei.
Die Agentur für nachhaltige Entwicklung (ASDE),als
deren Präsident er auch spreche, sei bei ihren
Bemühungen, Innovationsprojekte in Sofia anzuschieben,
ein wesentliches Stück gegenüber dem letzten Besuch in
Berlin vorangekommen. Besonders gespannt sei die
Delegation, Erfahrungen zu neuen Energietechnologien für
den Gebäudebestand zu hören, da hier ein großes
Einsparpotential in Sofia brachläge. Auch seien die
spezifischen Kenntnisse, die mit der
Infrastrukturvereinigung von West- und Ost-Berlin
gesammelt worden seien, von Interesse.
2. Berliner Strategien zur
Verbesserung der Energieeffizienz
Herr Dr. Müschen aus der Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung, Umweltschutz und Technologie stellte in
seinem Vortrag die Bedeutung und die Auswirkungen des
Berliner Energiekonzepts dar, die sich im Ergebnis in
einem deutlichen Rückgang der CO2-Emissionen
niederschlage. Etwa ein Drittel des Wohnungsbestandes im
Ostteil der Stadt sei seit 1990 modernisiert worden, 10 %
der Fördermittel seien in Energiemaßnahmen geflossen.
Als neues Instrument sei kürzlich ein Heizspiegel
für Wohngebäude aufgestellt worden, der eine grobe
Bewertung der energetischen "Güte" zulasse und
einen direkten Vergleich ermögliche. Bedeutsam sei nach
der Wende die Modernisierung der Infrastruktur gewesen,
z.B. des Fernwärmenetzes, das ca. 1/4 aller Gebäude in
den östlichen Bezirken versorge. Besondere Probleme
ergäben sich allerdings heute für den beispielhaft
hohen Anteil von umweltschonender Kraft-Wärme-Kopplung
durch die Auswirkungen des neuen
Energiewirtschaftsgesetzes und die rasche Liberalisierung
im Bereich der Stromwirtschaft.
Mit der Energiesparpartnerschaft und sinkenden
Energiepreisen habe Berlin seine Energiekostenausgaben
von früher 500 Mio. DM auf jetzt etwa 350 Mio. DM
gesenkt. Ähnliche Projekte zur Drittfinanzierung seien
jetzt auch für den Bereich der .Wohnungswirtschaft in
Entwicklung (Stichwort B.E.S.T.). Ein positives Signal
sei von den Gebäuden des Bundes ausgegangen, da für
Neubauten eine Quote von 15 % Versorgung aus erneuerbaren
Energien vorgeschrieben wurde. Im Bereich
"Solarenergie" habe Berlin sich bundesweit an
die Spitze gesetzt. Bei Photovoltaikanlagen zur
Stromerzeugung habe die sogenannte
"Solarstrombörse" beschleunigend gewirkt, im
Thermiebereich sei die Freiwillige Vereinbarung mit der
Wohnungswirtschaft und Industrie ein Antriebsmotor.
Probleme bereiteten derzeit vor allem der wachsende
Anteil des Individualverkehrs und die steigende
Stadtflucht mit fortschreitender Zersiedlung des Umlandes
und neuen Verkehrsströmen. Positiv sei jedoch die
erheblich verbesserte Luftsituation durch NOx
und SO2-Reduzierung bei den Kraftwerken zu
vermerken.
Auf Nachfragen wurde ergänzt, daß auch die starke
Abnahme der Einzelofenheizung um etwa 50 % in der
vergangenen Dekade zur deutlichen Umweltentlastung
beigetragen habe. Wesentlicher Anreiz für Maßnahmen im
Gebäudebestand sei die Bereitstellung von Fördermitteln
gewesen, da der relativ niedrige Energiepreis eher
hemmend gewirkt habe. Allerdings könnten
Investitionskosten, die zu Effizienzgewinnen führten,
auch auf die Mieten umgelegt werden. Für die Zukunft sei
mit der progressiv wachsenden Ökosteuer eine gewisse
Umkehr zu erwarten. Insbesondere dem Erdgas werde in
Zukunft eine stark wachsende Bedeutung bei der Beheizung
zukommen.
3. Die Berliner
Energiesparpartnerschaft als Modell für
Public-Private-Partnership
3.1 Das Konzept
Herr Geißler, Geschäftsführer der Berliner
Energieagentur, stellte erhebliche Einsparpotentiale im
öffentlichen Bereich fest, für deren Ausschöpfung
allerdings weder Know-how noch Investitionsmittel bei der
Landesregierung bereitstünden. Um aus dieser Sackgasse
herauszufinden, habe man vor einigen Jahren mit
Performance-Contracting begonnen, bei dem Dritte in
Finanzierung und Betrieb von Neuanlagen eingebunden
seien.
Inzwischen wurde mit der Energiesparpartnerschaft eine
neue Stufe erreicht, bei der statt einzelner vertraglich
gebundener Objekte ganze Gebäudepools mit jeweils ca. 50
Liegenschaften in die Vergabe kämen. Vier derartige
Pools seien bisher an unterschiedliche Anbieter vergeben
worden, drei weitere in Entwicklung. 60 % der
Liegenschaften seien Verwaltungsgebäude, weitere 20 %
Schulen. In jedem Pool seien Energiekosten von 4-10 Mio.
DM zusammengefaßt, so daß sich eine lohnenswerte Marge
für die Betreiber ergebe.
Herr Geißler stellte auf mehreren Folien die
Grundzüge der Energiesparpartnerschaft sowie
Projektverlauf und -management durch die Energieagentur
vor. 1999 würden sich aus den bisherigen Leistungen der
involvierten Kontraktoren immerhin Kosteneinsparungen von
10-28 % gegenüber der Ausgangsbasis ergeben. Inzwischen
sei dieses Berliner Modell auch zu einem interessanten
Beispiel für andere Städte geworden, z.B. wolle Wien
ein ähnliches Vorhaben angehen.
Standardverträge und zwei Leitfäden stünden für
die Übertragung bereit, allerdings sei in jedem Fall bei
Transfer in andere Länder eine Anpassung an nationales
Recht erforderlich. Von besonderer Bedeutung sei die
Ausformung des jeweiligen öffentlichen Haushaltsrechts.
Als wesentliche Erfahrung kann die Bedeutung der
richtigen Energiekostenbasis hervorgehoben werden, um
spätere Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden. Auch müßten
sinkende Energiepreise in die Kalkulation und
Risikosicherheit der Kontraktoren einbezogen werden.
3.2 Risikoverteilung bei
Public-Private-Partnership
Herr Strauch beschrieb die Eigentümerstruktur,
Aufgabenstellung und die Rolle seiner Gesellschaft
Kommunalconsult (KC) bei der Initiierung von
Public-Private-Partnerschaften. Er benannte hierbei
insbesondere die Erweiterung der Handlungsspielräume der
öffentlichen Hand als Zielstrategie. Die Entwicklung und
Begleitung zivilrechtlicher Verträge als Basis zwischen
öffentlicher Hand und privaten Akteuren ist deshalb die
vorrangige Aufgabe von KC. Die Situation im öffentlichen
Bereich sei insbesondere durch Zersplitterung der
Kompetenzen und Mangel an Finanzmitteln für
Verbesserungen bei der Energieeffizienz ungünstig. Zudem
legten andere Interessenschwerpunkte und Zielsetzungen
den Entscheidungsprozeß lahm.
Eine geringe Informationslage über den energetischen
Zustand, Angst vor Arbeitsplatzabbau und das Offenlegen
von eigenen Handlungsdefiziten würden die Zurückhaltung
der öffentlichen Verwaltung erklären. Diese Barrieren
gelte es zu überwinden, öffentliche Ausschreibungen
seien hierzu ein wichtiges Element. Kennzeichnend sei
für die bisherigen vertraglichen Regelungen im Rahmen
der Energiesparpartnerschaft, daß die Beziehungen
zwischen kommunaler Hand und EVU bestehen blieben und der
Kontraktor nur die Aufgaben der Energieoptimierung und
Instandhaltung übernehmen würde.
Die Risikoverteilung sei so geregelt, daß der
Energiedienstleister die Verbesserungen gegenüber dem
Land nachzuweisen habe, die öffentliche Hand jedoch
Vorkehrungen gegen den Konkurs von Subunternehmen zu
tragen und für die erforderliche Qualifikation der
Verwaltungsmitarbeiter oder des Bedienungspersonals zu
sorgen habe. In Streitfällen werde eine externe
Schiedsstelle angerufen, was aber bisher erst in einem
Fall notwendig geworden sei.
3.3 Die Vorteile und Gewinne für
den privaten Energiesparpartner und den
Energiedienstleister
Herr Henn (neuer Titel des Vortrags: Die
Vorteile und der Nutzen für öffentliche
Energiesparpartner) von der ESB Energiespar- und
Betreibergesellschaft mbH machte deutlich, daß bei
Contractingverfahren Arbeitsplätze neu geschaffen,
zumindest jedoch langfristig erhalten werden.
Vertragliche Bindungen hätten immer damit zu kämpfen,
daß nicht alle Eventualitäten, z.B. Nutzungsänderungen
bei Gebäuden, im Vorfeld erfaßt werden könnten.
Trotzdem müsse möglichst sorgfältig die Ausgangslage
erfaßt werden. So sei für jedes öffentliche Gebäude
eine genaue Beschreibung bzw. ein Paß erforderlich.
Aus Sicht der öffentlichen Hand sei es ein günstiges
Verfahren, die Objekte in einem Pool zu mischen, um ein
"Rosinenpicken" auf Investorenseite zu
verhindern. Von Bedeutung sei auch, daß die erneuerten
Anlagen nach Ende der Vertragslaufzeit ohne weitere
Zahlung an die Kommune übereignet würden. An einem
Diagramm wurde verdeutlicht, in welcher Weise der
Auftraggeber unter Abzug einer Contracting-Prämie von
Anfang an am Einsparergebnis beteiligt wird.
4. Chancen zur Steigerung der
Energieeffizienz im liberalisierten Energiemarkt
Herr Heisler von der BEWAG Energiemanagement
GmbH verwies auf die aktuelle Wettbewerbssituation im
Strommarkt und die hohe Konkurrenz im Energiesparbereich.
Rationelle Energieverwendung sei zunehmend als
Aktivitätsfeld von Interesse , um Kundenbindung zu
betreiben. Gegenwärtig werde ein harter Wettbewerb vor
allem um größere Kunden und Kundengruppen geführt.
Dabei sei insgesamt zu beachten, daß entgegen dem
Telekommunikationssektor kaum mit nennenswertem
Gesamt-Wachstum zu rechnen sei. Die Bedeutung lokaler
Märkte werde verschwinden, gleichzeitig werde die
Transparenz bei Preisen erheblich größer. Die BEWAG
kalkuliere deshalb bereits jetzt einen gewissen Verlust
an Kunden und verringerte Umsätze ein.
In dieser Landschaft sei Energiemanagement eine
wichtige Dienstleistung für den Kunden, die
unentgeltlich erbracht und über den Strompreis
finanziert werden müsse. Dr. Henn machte am Beispiel von
Hotelbetrieben und Krankenhäusern deutlich, daß in fast
allen energiebezogenen Bereichen erhebliche Potentiale
zur Verbrauchsminderung stecken.
Energieversorgungskonzepte könnten auf der technischen
Seite die Versorgung mit Strom, Wärme, Kälte und
Notstrom beinhalten, auf der Leistungsseite könnten von
der Vorplanung bis zur Abrechnung alle Dienste angeboten
werden.
5. Umstrukturierung und
Vorbereitung eines Energieversorgungsunternehmens auf die
Liberalisierung am Beispiel der GASAG
Herr Stab, GASAG, skizzierte einleitend die
Entwicklung der letzten Jahre, geprägt von starkem
Personalabbau und finanziellen Verlusten. Erst in 2000
sei nach der nunmehr vollzogenen Privatisierung wieder
mit Gewinnen zu rechnen. Für die nähere Zukunft sind
weitgehende Umstrukturierungen mit der Gründung einer
getrennten Netzbetriebsgesellschaft geplant. Der
Wärmebetrieb ist bereits jetzt als Profitcenter
etabliert, die Informationsdienstleistungen mit der BEWAG
in einer eigenständigen Gesellschaft aufgegangen. Auch
bei Zählerablesung und Abrechnung seien tiefgreifende
Veränderungen durch technologische Innovationen und eine
Ablösung vom Kerngeschäft zu erwarten.
Im Geschäftsfeld "Wärmemarkt" werde
mittelfristig in Berlin eine Versorgungsquote mit Gas von
50 % erwartet. Investitionen seien nach der
Wiedervereinigung besonders in die Sanierung des Netzes
geflossen. Die Gasverluste seien hierdurch von 2 % auf
weit unter 1 % gesenkt worden. Auf der Kundenseite werden
seit einiger Zeit auch Einspar-Dienstleistungen
angeboten. Als Beispiel könne der Liefervertrag mit dem
Land Berlin genannt werden, der mit Einsparbestrebungen
gekoppelt sei.
Mit dem Sofioter Fernwärmeversorger als größtem
einheimischen Gaskunden besteht seit kurzem ein
Kooperationsvertrag. Die Situation in Bulgarien sei
insbesondere durch eine starke einseitige Abhängigkeit
des Gasbezugs aus russischen Quellen und eine
ausschließliche Orientierung auf große Gasabnehmer
geprägt. Man wolle hier beratend auch bei der
Erschließung neuer Kundengruppen zur Seite stehen.
6. Die bulgarische
Energiewirtschaft und das bulgarische
Energieeffizienzprogramm
Herr Stoilov, Präsident der nationalen Agentur
für Energieeffizienz (GAEE) skizzierte eingangs die
Struktur der bulgarischen Energiewirtschaft, zu der
insgesamt 22 zentrale Fernwärmenetze und eine
installierte Stromerzeugungskapazität von 12,5 GW (bei
einer Spitzenlast von 7 GW) gehören. Die administrative
Struktur ist weitestgehend direkt dem Ministerrat
unterstellt mit einer Agentur für Energie und
Energieressourcen, einer Energieregulierungsbehörde und
einer Energieeffizienzagentur als wesentliche
Institutionen. Aufgaben, Funktionen und Rechte dieser
Einrichtungen sind in dem am 16.7.99 verabschiedeten
Energieeffizienzgesetz definiert.
Der Primärenergieverbrauch und der Import von Energie
ist in den letzten Jahren aufgrund der politischen und
wirtschaftlichen Krise stark zurückgegangen. Die
Energieintensität (Energieeinsatz pro Einheit
Bruttosozialprodukt) hat sich dagegen kaum verändert und
liegt 4-5 mal höher als in EU-Ländern (Bulgarien: ca.
0,72 ktoe/$, Deutschland: ca. 0,15 ktoe/$). Mit der
"Nationalen Strategie zur Entwicklung der
Energiewirtschaft und -effizienz", die im Herbst
1998 von der Regierung verabschiedet, vom Parlament
jedoch nur in Grundsätzen akzeptiert wurde, solle die
zukünftige Entwicklung im Energiebereich beschrieben
werden. Als größte Schwäche wird allerdings die
deutlich überhöhte Prognose des Energieverbrauchs
bezeichnet, die bereits 1998 zu erheblichen Abweichungen
gegenüber der realen Situation geführt habe.
Insbesondere der Stromverbrauch werde sich eher am
unteren Rand der Vorhersagen entwickeln, so daß ein
Strommangel auch bei der von der EU geforderten
Abschaltung von Blöcken des AKW Kosludoi nicht zu
befürchten sei.
Mit dem "Nationalen
Energieeffizienzprogramm" der GAEE sei erstmals ein
breites Bündel von Energiesparmaßnahmen für alle
Industriesektoren beschrieben und evaluiert worden. Die
Ergebnisse der Kosten-/Nutzenbetrachtungen zeigten, daß
mit Investitionen von insgesamt 2,3 Mrd. $ jährliche
Einsparungen von 1,15 Mrd. $, verbunden mit hohen CO2-Reduzierung,
erzielbar seien. Es werde nun darum gehen, die
Energieeffizienzaktivitäten zu einem neuen
Geschäftsfeld zu entwickeln und integrierte
Planungsmethoden einzuführen. Sofia werde hierbei eine
Vorreiterrolle für das Land einnehmen.
Bei der Preissetzung werde die bereits begonnene
Liberalisierung fortgesetzt. Bereits jetzt sind Preise
für Kohle und industrielle Fernwärme freigegeben. Für
die privaten Haushalte wird der Fernwärmepreis nach wie
vor zentral geregelt und aus sozialen Gründen staatlich
gestützt. Auch bei Strom seien neue Tarifstrukturen zu
erwarten, da der IWF Preiserhöhungen zur
wirtschaftlichen Stabilisierung gefordert habe. Für 2000
ist ein Preis von ca. 4,0 $-cents/kWh für Haushalte
festgelegt worden. Probleme bereiteten allerdings die
wachsenden Zahlungsdefizite privater Kunden.
Das neue Energiegesetz greift bereits den
EU-Anforderungen voraus und wird auch von Weltbank und
IWF akzeptiert. Ca. 50 % der nationalen Stromerzeugung
seien bereits verkauft, ein Pool aus Wasserkraftwerken
zur Privatisierung freigegeben. Die Verteilernetze sollen
in Aktiengesellschaften umgewandelt werden. Ein Monopol
gibt es im Stromsektor nicht mehr, administrative
Barrieren für neue Stromlieferanten bestehen nicht.
Bulgarien ist Verbraucher und Transitland von Erdgas,
eine entwickelte Haushaltsendversorgung besteht jedoch
nicht.
7. Rahmenbedingungen für
ausländische Investoren in Bulgarien
Der Vortrag von Herrn Georgiev, Handelsattaché
der bulgarischen Botschaft in Berlin, mußte kurzfristig
abgesagt werden, liegt jedoch in schriftlicher Form vor.
An seiner Stelle präsentierte Herr Kazarov,
Direktor der Firma Status Invest PLC, die gegenwärtige
Situation für ausländische Investitionstätigkeiten.
Fundament des geschäftlichen Engagements in Bulgarien
ist die seit zwei Jahren bestehende politische und
wirtschaftliche Stabilität. Nach Einführung eines
Währungskontrollgremiums zur Überwachung der
umlaufenden Geldmengen und der festen Währungskopplung
an die D-Mark sei die Inflationsrate stark
zurückgegangen. Gleichzeitig habe sich ein festes
Banksystem mit niedrigen Zinsen etabliert.
Ausländische Investitionen seien bislang vor allem
aufgrund der Privatisierung vormals staatlicher Betriebe
ins Land geflossen. Die Gesetzgebung stelle in- und
ausländische Investoren auf gleiche Stufe. Dazu gehöre
z.B. die Möglichkeit für Ausländer, Grundeigentum zu
erwerben. Auch im Steuerrecht habe eine Konsolidierung
stattgefunden. Steuervorteile würden insbesondere bei
der Schaffung neuer Arbeitsplätze eingeräumt, wobei
Arbeitskräfte bei hohem Qualifikationsniveau
vergleichsweise billig seien. Bulgarien zeichne sich
durch eine günstige geographische Lage mit guter
Anbindung an Südosteuropa und den Nahen Osten aus und
verfüge insgesamt über eine gute Infrastruktur.
8. Rechtliche Rahmenbedingungen
für Public-Private-Partnership im Energiesektor
Bulgariens
Herr Djulgerov von der Stadtverwaltung Sofia
stellte in seinen Ausführungen die Inhalte des neuen
Energie- und Energieeffizienzgesetzes vor. Die zu
gründende Regulierungsbehörde werde den
Liberalisierungsprozeß weiterführen und steuern und die
im Verzug befindliche Privatisierung der
Energiewirtschaft voranbringen. Mit der Restrukturierung
des Elektrizitätssektors sei ab dem kommenden Jahr zu
rechnen. Zu den Aufgaben der neuen
Energieeffizienzagentur gehörten auch die Förderung
erneuerbarer Energien sowie die Lizensierung neuer
Technologien und die Aufstellung von Datenbanken zur
Energieeffizienzsituation.
Neu eingeführt werde die Verpflichtung zur Messung
und verbrauchsabhängigen Abrechnung des
Wärmeverbrauchs. Ferner sollten Liegenschaften/Gebäude
hinsichtlich ihres Energieverbrauchs katalogisiert
werden, um Vergleichsmaßstäbe zu erhalten und
Prioritäten für Sanierungsmaßnahmen festlegen zu
können. Bei der Zertifizierung von Produkten solle in
Zukunft nach europäischen Standards und Normen
vorgegangen werden.
Kontrolltätigkeiten, z.B. Energieanalysen (Auditing)
sollten verstärkt von Privatunternehmen durchgeführt
werden und ab einem bestimmten Verbrauchsniveau
verbindlich sein. Für Dienstleistungen im
Energieeffizienzbereich, wie Consultingtätigkeiten,
Projektierungsarbeiten, Anlagenbetrieb und Instandhaltung
würden verbindliche Grundsätze aufgestellt. Dabei solle
sich z.B. das Honorar an der eingesparten Energie
orientieren.
Jede kommunale Einrichtung werde in Zukunft selbst
Verträge mit Kontraktoren abschließen können.
Gegenwärtig seien von den 30 - 40 Krankenhäusern und
etwa 300 Bildungseinrichtungen in Sofia nur wenige in der
Lage, selbständig zu handeln. Ausführungsverordnungen
seien für die Beziehungen zu externen Dienstleistern zu
erwarten, da in diesem Bereich bislang keine Erfahrungen
vorlägen. Bestimmte rechtliche Bedingungen seien in
diesem Zusammenhang ungeklärt. Auch könnten
Bürgermeister ohne Zustimmung der Gemeinderäte bislang
nur Verträge mit max. 3-jähriger Laufzeit abschließen.
9. Investitionsinstrumente und
-programme im Energiesektor Bulgariens
Herr Kazarov von der Firma Status Invest PLC
bemängelte in seinem Vortrag das Fehlen von geeigneten
Gesetzgebungen und Normen, die Investitionsmaßnahmen im
Energiebereich beschleunigen könnten. Z. Zt. seien mehr
als 10 ausländische Banken in Bulgarien tätig.
Bankkredite seien schwer zu erhalten, da
Energiesparprojekte als Garantie nicht anerkannt würden
und die Banken an kurzen Amortisationszeiten interessiert
seien. Inländische Banken mit ihrer Priorisierung des
Handelssektors seien derzeit keine geeigneten Partner im
Energiemarkt. Zur Finanzierung könne neben den
internationalen Quellen auch der Blick auf den sich
entwickelnden Aktienmarkt hilfreich sein. Insgesamt
würde Sofia im ökonomischen Vergleich weit über dem
Landesdurchschnitt liegen. Das Investitionsklima sei
deshalb gut.
10. Energiesparen und
Investitionsprogramme der Stadt Sofia
Herr Kmetov vom Ministerium für
Regionalentwicklung und öffentliche Aufgaben berichtete
über Richtlinien zur Gebäude-Energieeinsparung und
über 1999 eingeführte neue Vorschriften für die
Wärmedämmung von Außenwänden. Eine individuelle
Verbrauchserfassung im Wärmebereich sei in geringem
Umfang bereits eingeführt worden. Regeltechnik bei
Heizungen und Heizkörpern werden schrittweise
eingeführt. Pilotprojekte zur Energiesanierung sollten
beispielhaft machbare Lösungen demonstrieren. Als
Beispiel wird die Sanierung 4-geschossiger Typenbauten
genannt, die allerdings aufgrund der Eigentumssituation
(überwiegend Eigentumswohnungen im Individualbesitz) an
Umsetzungsgrenzen stoße. In einem nationalen Programm
sollen 361 öffentliche Gebäude mit einem Aufwand von
200 Mio. DM modellhaft saniert werden.
11. Energiesparen - Eine
Priorität bei der Stadtplanung
Herr S. Janev, Chefarchitekt der Stadt Sofia,
berichtete über die vorläufigen Ergebnisse aus der
Aufstellung eines Generalplans für Sofia. Dabei würden
6 Szenarien für die zukünftige Entwicklung der Stadt
unter politischen, wirtschaftlichen und globalen
Gesichtspunkten aufgestellt. Als prioritäre
Aufgabengebiete seien identifiziert worden: 1. die
Erneuerung der öffentlichen Transportsysteme
insbesondere im Stadtzentrum, 2. die Sanierung der
Wasser- und Abwassersysteme, 3. die ökologische
Sanierung der städtischen Umgebung, 4. die Erneuerung
des Gebäudebestandes (wozu gegenwärtig eine
Bestandsaufnahme mit UNDP-Hilfe erfolge und ein
Pilotprojekt in Vorbereitung sei), 5. der Schutz des
nationalen Kulturerbes mit den baulichen und natürlichen
Merkmalen. Sofia habe bei 220 m2 Fläche nur
1,2 Mio. Einwohner. Ziel sei es, vorrangig die reinen
Wohnsiedlungen zu beleben und - wo möglich - dezentrale
Wärmeversorgungen aufzubauen.
Herr Stavrev von der Stadtverwaltung Sofia gab
einen Einblick in die Kartierung von Typenbauten. Von
insgesamt 480.000 Wohnungen in Sofia befinden sich
189.000 in sogenannten Großplattenbauten. Die
Klassifizierung erfolgte für die einzelnen Typen
entsprechend ihrem Energie- und Wärmedämmstandard.
Insgesamt seien in diesen Bauten 15 Mio. m2
Wohnfläche zu sanieren. Ein erstes Pilotprojekt werde
derzeit vorbereitet. In der Praxis hätten bereits
annähernd 70 % Energieeinsparung nachgewiesen werden
können.
12. Energiesparen und
Umweltmonitoring - Kooperation zwischen Verwaltung und
Betroffenen
Herr K. Janev vom Energiekonsortium Sofia (SEC)
stellte die Fernwärmesituation in Sofia vor. Insgesamt
seien 346.000 Wohnungen an das Verteilungsnetz des
örtlichen Produzenten Toplofikacia Sofia angeschlossen,
in das aus 4 Werken eingespeist werde. Zwei der Anlagen
würden in Kraft-Wärme-Kopplung betrieben, deren Strom
an den nationalen Versorger verkauft werden müßte. Die
Heiz(kraft)werke befänden sich in relativ gutem Zustand.
Der Absatz sei in den letzten Jahren vor allem aus
wirtschaftlichen Gründen gesunken.
SEC ist erst im März 1999 gegründet worden mit
Toploficacia Sofia, Lahmeyer Energy Solutions und Newton
Financial Management als Gesellschaftern. Ziel sei die
Entwicklung des Energiesektors in Sofia bis zum Jahr
2010, was in enger Abstimmung mit der Gemeinde verfolgt
werde. Dazu gehöre die Gasifizierung von Sofia, die
Entwicklung der kommunalen Stromversorgung, der Einsatz
erneuerbarer Energien (u.a. Nutzung des
Wasserkraftpotentials) sowie die Entwicklung der
Müllverbrennung. Mit der GASAG habe man ein
Kooperationsabkommen abgeschlossen. Kontrollmessungen im
Rahmen eines Umweltmonitoring sollten zur Reduzierung der
städtischen Luftbelastung beitragen.
13. Ökozone Sofia-Ost: Das
Ökodorfprojekt - Energiesparen und erneuerbare Energien
Herr Milenov verwies in seinem Beitrag als
Direktor der Agentur für nachhaltige Entwicklung und
Eurointegration (ASDE) auf die Internationale
Unterstützung, u.a. durch das Land Berlin und den
Freistaat Bayern, die das Projekt Ökozone Sofia bisher
schon erhalten habe. Das Vorhaben sei in Sofia als
Beitrag zur Umsetzung der Lokalen Agenda 21 anerkannt und
bemühe sich verstärkt um nationale und internationale
Partner. Mit zwei Berliner Firmen gäbe es bereits
Vereinbarungen zur lokalen Klärung von Abwässern sowie
zur Energieeinsparung bei Schulen. Insgesamt besteht die
Ökozone aus 15 Einzelprojekten, darunter das
Pilotprojekt Nr. 5 "Ökodorf Mladost".
In diesem Projekt sei die Realisierung von 15
Solarhäusern (teilweise mit Reihenhauscharakter,
teilweise einzeln plaziert) vorgesehen, ferner ein
Zentrum für regenerative Energien (mit eventueller
Finanzierung aus dem ALTENER-Programm der EU) sowie einem
Ausstellungsbüro (ECOEXPO) für innovative Firmen. Ein
Programm zur getrennten Müllsammlung gehöre ebenso
dazu, wie die Realisierung einer lokalen biologischen
Kläranlage in Verbindung mit dem zentralen Klärwerk.
Konflikte gäbe es derzeit noch um den Erhalt eines
Feuchtbiotops im Bereich des bislang unbebauten
Geländes. Auch sei an eine energetische Nutzung des
mineralischen Thermalwassers gedacht. Für den größten
Teil der Einzelmaßnahmen sei allerdings die Finanzierung
bisher nicht gesichert.
14. Präsentation Berliner
Firmen
Berliner Energieagentur GmbH, Hr. Brüne:
Die Firma wurde 1992 gemeinsam vom Land Berlin, der
BEWAG und der Deutschen Ausgleichsbank gegründet. Ein
Schwerpunkt der gegenwärtigen Aufgaben ist das
Management der öffentlich-privaten
Energiesparpartnerschaften in Berlin, die im Jahr 2000
etwa 300 Gebäude umfassen werden. Auch in Wien und
Leipzig sind mittlerweile Nachfolgeprojekt im Entstehen.
Weitere Schwerpunkte liegen im Bereich des Contracting,
z.B. für das Umwelttechnische Zentrum in Berlin sowie
für Wärme- und Stromlieferungen in Sanierungsgebieten.
Im Geschäftsbereich "Consulting" wurden
verschiedenste Beratungskonzepte und Marketing- sowie
Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt.
Dr. Hettler & Partner - Gemeinschaft Beratender
Ingenieure, Herr Baumann:
Die Firma wurde Ende 1997 gegründet und ist vor allem
in den Bereichen Wasser und Wärmeversorgung tätig, mit
besonderen Erfahrungen in der Ukraine. Herr Baumann
skizzierte die Problemlage in den GUS-Staaten, die vor
allem im Bereich der Finanzierung besteht. Häufig wurde
ein erheblicher Mangel an Investitionsmitteln
festgestellt bei gleichzeitigen Schwierigkeiten, Kredite
zu erhalten, da Sicherheiten nicht ausreichend vorhanden
sind oder nicht akzeptiert werden. Probleme bereiteten
auch die häufig bürokratischen Prozeduren, z.B. beim
widersinnigen Nachweis einheimischer Zertifizierungen
oder bei Einforderungen überhöhter Einfuhrsteuern.
Wichtig sei es, sich über Begriffe und Abläufe schon im
Vorfeld mit den Partnern zu verständigen, um spätere
Mißverständnisse nach Möglichkeit auszuschließen. Von
großer Bedeutung sei die Realisierung von Pilotvorhaben
und die Einbindung lokaler Partner und
Fertigungskapazitäten, um das Interesse an Maßnahmen
zur Energieeffizienzverbesserung auf breiter Basis zu
wecken.
EAB Energie-Anlagen Berlin GmbH, Herr Sprick:
Die EAB wurde 1973 gegründet und ist seit 1998 in
Händen der Geschäftsleitung. Berichtet wurde über das
Konzept zu einem Demonstrationsvorhaben zur
Energieeffizienzverbesserung in einem größeren
Wohnbezirk in St. Petersburg, das bereits 1995/96 im
Auftrag der Kreditanstalt für Wiederaufbau erarbeitet
wurde. Der spezifische Energieverbrauch in diesem sehr
großen Einzugsgebiet mit vorwiegend industrieller
Bauweise ist sehr hoch. Gleichzeitig decken die
Einnahmeerlöse aus dem Wärmeverkauf nur einen Teil der
laufenden Kosten, während die Tarifstruktur keine
Anreize zum Sparen vermittelt. Meßeinrichtungen zur
Erfassung individueller Verbräuche sind nicht vorhanden.
Ein besonderes Augenmerk wurde bei der Konzepterarbeitung
auf die Möglichkeiten zur Finanzierung von Maßnahmen
und auf die Anwendung von Contractingmodellen gelegt. Die
Tarife sollten bis 2004 auf volle Kostendeckung
angehoben, in sozialen Härtefällen staatlich gestützt
werden. Nach letzten Informationen wurde das Vorhaben von
der Stadtverwaltung bis dato nicht umgesetzt.
Prognos GmbH Europäisches Zentrum für
Wirtschaftsforschung und Strategieberatung, Herr
Bohnenschäfer
Die 1959 in Basel gegründete Firma hat ihr
zweitwichtigstes Standbein in Berlin. Eigentümern des
Consultingunternehmens mit Schwerpunkten in den Bereichen
"Ökonomie und Demographie" sowie
"Umwelt/Energie" ist die Handelsblatt GmbH.
Prognos ist im Energiesektor mit Makroanalysen zur
Perspektivendarstellung, für den Bereich "Kommunen
und Regionen" mit der Erstellung von Energie- und
Klimaschutzkonzepten" sowie beratend für die
Versorgungswirtschaft (insbesondere Stadtwerke) tätig.
Für die MOE-Staaten werden Fragestellungen zur
Vorbereitung auf den EU-Beitritt bearbeitet. Hierbei
werden z.B. Wettbewerbsaspekte, Preisentwicklungen und
allgemeine Geschäfts- und Marktbedingungen analysiert.
IEMB Institut für Erhaltung und Modernisierung von
Bauwerken e.V., Herr Fürst:
Das IEMB wurde vom Bundesbauministerium 1992
gegründet und ist seit 1995 An-Institut der TU-Berlin
mit derzeit 60 Mitarbeitern und eigenem Prüflabor.
Berichtet wird über die Durchführung des Versuchs- und
Demobauvorhabens "P2-Cottbus" (1994-98), bei
dem 2 fünf-geschossige Plattenbauten umfassend
energietechnisch saniert und vermessen wurden. Insgesamt
konnte eine Reduzierung des Wärmebedarfs um 49-57 %
erreicht werden, Auch der Warmwasserbedarf wurde
drastisch gesenkt. Das Projekt hat Modellcharakter für
zahlreiche entsprechende Gebäude in den neuen
Bundesländern und bietet auch für die Typenbauten in
den MOE-Staaten wertvolle Erfahrungen.
PRODAT GmbH, Herr Dr. Lippstreu:
Berichtet wird über "Kostenbewußtes Handeln bei
Errichten und Betreiben kommunaler Anlagen" am
Beispiel von Wasser- und Klärwerken und beim Management
eines Versorgungsbetriebes für Gas, Wasser und Strom. So
ließen sich durch Anpassung des Pumpenbetriebes bei
Wasserwerken Energiekosteneinsparungen von 10-15 %
erzielen. Grundsätzlich sollten teuere Verbrauchsspitzen
vermieden werden.
Delta-Dämm Schall-, Wärme-, Feuchtedämmung GmbH,
Herr Baumgart
Die Firma wurde 1993 gegründet und beschäftigt sich
mit der Anwendung von Wärmedämmverfahren. Beschrieben
wird insbesondere die Verwendung von
Perlit-Dämmstoffgranulat zur nachträglichen
Kerndämmung von bestehenden Gebäuden. Hierbei könnten
beispielhaft Heizkosten von 60 % bei Einfamilienhäusern
eingespart werden. Das Material sei ökologisch und
baubiologisch unbedenklich. Verwendbar sei das Granulat
aus natürlichem Vulkangestein auch zur Verwendung von
nachträglichen Dämmungen im Dachbereich von
Plattenbauten.
ECB Enerko Consult GmbH, Herr Peuschel:
Die Firma ging 1990 aus dem ehemaligen
Ingenieurbetrieb der Energieversorgung Berlin hervor. Sie
ist in einem breiten Bereich von Planung,
Konzepterstellung und Consulting bei Ver- und Entsorgung,
Energiesystemen und Gebäudetechnik sowie
Umweltmanagement und Energiewirtschaft tätig.
Vorgestellt werden kürzlich realisierte Vorhaben zur
Biogaserzeugung und -verwertung sowie zur Errichtung von
Energiezentralen mit Blockheizkraftwerken.
ARGUS Arbeitsgruppe Umweltstatistik e.V., Herr
Gössele und Herr Boyadjev
Argus ist seit 25 Jahren an der Technischen
Universität Berlin tätig und beschäftigt sich mit
einem interdisziplinären Team mit Daten- und
Informationssystemen im Bereich umwelttechnischer
Problemstellungen. Derzeit werden insbesondere Aufträge
für die EU bearbeitet, z.B. zur Harmonisierung von
Umweltdatenstatistiken. Seit 1991 bestehen geschäftliche
Kontakte nach Bulgarien. Berichtet wird u.a. über
Entwicklungen zur thermischen Verwertung von
Klärschlämmen, die in naher Zukunft aufgrund
gesetzlicher Anforderungen stark zunehmen werde. Hierbei
könnte der Einsatz solarer Vortrocknung attraktiv
werden, um fossile Energieressourcen zu schonen.
Gaube Energy Network, Herr Gaube
Berichtet wird von einer Börse für Austausch- und
Ersatzteile aus Wärmeanlagen, die von der
Arbeitsgemeinschaft Fernwärme (AGFW) mit
Distributionspartnern für den osteuropäischen Markt
angeboten wird. Die Anbieter der gebrauchsfähigen und
teilweise neuwertigen Teile aus Altanlagen sind
Unternehmen der Wärmeversorgung und Industrie. Energy
Network ist mit der Koordinierung und Abwicklung der
Teilebörse durch AGFW beauftragt.
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